Landtag ehrt Karnevalisten

© Landtag NRW/Wilfried Meyer

In Düsseldorf hat am Dienstag Landtagspräsident Kuper 17 Ehrenamtler aus NRW für ihre Verdienste um das Karnevalsbrauchtum geehrt - darunter sind auch vier Preisträger aus der StädteRegion Aachen.

Sie alle sind mit dem Orden „Würdigung des Brauchtums“ ausgezeichnet worden.

Die Geehrten von hier sind Franz-Josef Dittrich aus Eschweiler, Leo Wenn aus Stolberg, Dieter Stupp aus Monschau-Höfen und der Aachener Stadtbetrieb.

Am frühen Dienstagabend ab 18 Uhr steigt im Landtag noch ein karnevalistisches Abendprogramm, an dem auch Aachens Prinz Serkan I. teilnimmt.

Orden "Würdigung des Brauchtums"

Infos zu den Geehrten:

  • Franz-Josef Dittrich / Laudatio des Karnevals-Komitees der Stadt Eschweiler: „Als Teenager im zarten Alter von 18 Jahren wurde Franz-Josef Dittrich im Jahre 1966 aktives Mitglied der KG Blaue Funken Artillerie von 1928 in Eschweiler. Schon vor Beginn seiner aktiven Karnevalskarriere war er Mitglied des Fanfarencorps seiner Gesellschaft. Fünf Jahre lang war er Vorsitzender dieser musikalischen Gemeinschaft. Viele Jahrzehnte bereicherte er mit Gesang und Büttenreden die Vortragendenszene in Eschweiler. Sechs Jahre war er Damenredner seiner Gesellschaft, er sang im Funkenquartett bis 1985. Elf Jahre begeisterte er als "Jüppche vam Jraav" sein närrisches Publikum, weitere fünf Jahre persiflierte er als Nachtwächter Geschehnisse und Persönlichkeiten seiner Heimatstadt. "Jüppche vam Jraav" krönt den Karnevalsbrunnen in Eschweiler, der Jahr für Jahr die Fastelovendsjecken aus Eschweiler um sich schart. Die besondere Vortragsweise von Franz-Josef Dittrich gibt es heute nicht mehr. Sie wird schmerzlich vermisst. Seine in vielen Dingen unerschütterliche Agilität hat ihn zeitlebens jung und fit gehalten. Sinn für das Gemeinwohl unterstreicht seine Tätigkeit im Eschweiler Stadtrat über 25 Jahre. Seine Liebe für den 1.FC Köln spricht für seinen Humor und durch nichts zu erschütternden, starken Charakter. Ein starker Charakter mit subtilem Gefühl für seine Mitmenschen, ein Mensch verwurzelt in der Tradition, aber offen für sinnvolle Neuerungen. Fast sechzig Jahre Blauer Funke und in diesem Jahr Goldprinz - solche Männer braucht das Land!”
  • Leo Wenn / Laudatio des Karnevalskomitee der Stadt Stolberg: „Leo Wenn trat 1972 in die Garde der KG Mönsterböscher Jonge 1957 ein. Von Beginn an, engagierte er sich im Bereich des Bühnen- und Wagenbaus. Dem Elferrat gehörte er zuletzt bis 2022 an. In seiner gesamten aktiven Zeit war er federführend für die zahlreichen Vereinsaktivitäten zuständig. Egal ob Wanderungen oder Gesellschaftsausflüge, Leo liebte es für alle die Planung zu übernehmen. Als ein waschechter Stolberger Karnevalist war dies allerdings noch nicht genug. Von 1979 bis 1985 engagierte er sich im ‚Ausschuss Stolberger Karneval‘. Ebenfalls von 1979 bis 1998 wurde Leo Wenn von seinen ‚Mönsterböscher Jonge‘ zum Vizepräsidenten und von 1998 bis 2007 zum Präsidenten der Gesellschaft gewählt und setzte sich in seiner gesamten aktiven Zeit für den Aufbau und die Pflege der Kinder- und Jugendarbeit im Karneval ein. Leo Wenn ist Träger des Verdienstordens des Karnevalskomitees der Stadt Stolberg sowie des BDK Verdienstordens in Gold mit Brillanten.“
  • Dieter Stupp / Laudatio des Verbands der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise: „Dieter Stupp zog im Jahr 1989 von Köln in die schöne Eifel. Im neuen Heimatdorf Monschau-Höfen stellte man sehr schnell fest, dass hier jemand ist, der anpacken kann. Noch im gleichen Jahr wurde er Geschäftsführer der Karnevalsgesellschaft ‚Biebesse‘ Höfen. Im Jahr 1995 regierte er als Prinz Dieter I. das närrische Volk. Von 1995 bis 2007 war er Präsident der KG. In seiner aktiven Zeit im Verein war er Vorstandsmitglied im Ortskartell sowie in der Betreibergesellschaft der Vereinshalle in Höfen. Zeitgleich wurde er Mitglied des Präsidiums des VKAG. Ab 2017 übernahm er die Funktion des Literaten. Zu seinen Aufgaben gehören die Planung und Durchführungen von Veranstaltungen, wie jährliche Vorstellabende, Verbandsfeste und die internationalen Grenzlandbegegnungen. Des Weiteren ist er programmverantwortlich für die Empfänge des Kreises Heinsberg und der Städte-Region Aachen. Für seine große Verdienste und dauerhaftes Engagement wurde er mit dem Verdienstorden des Verbandes in Silber und Gold geehrt. Ebenso erhielt er im Jahr 2015 den Verdienstorden des Bund Deutscher Karneval in Gold. Der Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise dankt ihm mit dieser Auszeichnung für fast vier Jahrzehnte ehrenamtlicher Arbeit.“
  • Aachener Stadbetrieb / Laudatio des Festausschusses Aachener Karneval: „Traditionell werden nach den Zügen in Aachen die Straßen durch die jeweiligen Reininungsdienste der Kommunen gesäubert. Die für die Reinigung zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind selbst Karnevalistinnen und Karnevalisten und können an den tollen Tagen die Züge nicht genießen, sondern arbeiten seit Jahrzenten für unser Brauchtum Karneval. Die Ehrung soll Anerkennung und Zeichen der Wertschätzung für diese Menschein sein, die wir liebevoll die Orangen Funken nennen.”